Ein Website-Relaunch kann Ihr Unternehmen auf das nächste Level heben – oder zu einem teuren Albtraum werden. Bis zu 40% Traffic-Verlust in den ersten Monaten nach dem Relaunch sind keine Seltenheit, wenn kritische Fehler übersehen werden. Doch das muss nicht sein. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie, welche 10 Risiken die größten Gefahren darstellen und wie Sie diese professionell vermeiden. Von SEO-Katastrophen über technische Pannen bis zu Budget-Desastern – wir zeigen Ihnen praxisnahe Lösungen, die Ihren Relaunch zum Erfolg führen.
Der Februar 2026 markiert einen besonderen Zeitpunkt für Website-Relaunches. Google Analytics 4 ist vollständig etabliert, Core Web Vitals spielen eine noch größere Rolle im Ranking-Algorithmus, und die Erwartungen der Nutzer an Performance und User Experience sind höher denn je. Viele Unternehmen stehen vor veralteten CMS-Systemen ohne Sicherheitsupdates, schlechten mobilen Ladezeiten und Design-Konzepten aus vergangenen Jahren. Die Frage ist nicht mehr, ob ein Relaunch notwendig ist, sondern wie Sie ihn meistern, ohne dabei wertvolle Rankings, Traffic und letztendlich Umsatz zu verlieren.
3 Key Takeaways
- SEO-Verluste durch fehlende 301-Weiterleitungen gehören zu den häufigsten und teuersten Fehlern beim Website-Relaunch – bis zu 80% Sichtbarkeitsverlust sind möglich, wenn alte URLs nicht korrekt auf neue weitergeleitet werden
- Eine realistische Projektplanung mit ausreichenden Zeitpuffern und klar definierten Verantwortlichkeiten verhindert Stress, Qualitätsverluste und Budget-Überschreitungen während des gesamten Relaunch-Prozesses
- Kontinuierliches Post-Launch-Monitoring in den ersten Wochen ist entscheidend, um technische Probleme, Tracking-Fehler und Performance-Einbußen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, bevor nachhaltiger Schaden entsteht
Warum scheitern so viele Website-Relaunches?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als die Hälfte aller Website-Relaunches führen zu messbaren Traffic-Verlusten in den ersten drei Monaten. Warum ist das so? Der Hauptgrund liegt in der Unterschätzung der Komplexität. Ein Website-Relaunch ist kein einfacher Designwechsel – es ist ein umfassendes technisches, inhaltliches und strategisches Großprojekt, das sämtliche Bereiche Ihrer digitalen Präsenz betrifft.
Viele Unternehmen konzentrieren sich ausschließlich auf die visuellen Aspekte und vergessen dabei die unsichtbaren, aber geschäftskritischen Elemente. SEO-Strukturen, die über Jahre aufgebaut wurden, können innerhalb von Stunden zerstört werden. Tracking-Systeme, die präzise Conversion-Daten lieferten, funktionieren plötzlich nicht mehr. Performance-Metriken, die vorher im grünen Bereich lagen, stürzen ab. Das alles passiert, weil entscheidende Risiken nicht erkannt oder unterschätzt wurden.
Ein weiterer kritischer Faktor ist die mangelnde Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien. Designer denken in Ästhetik, Entwickler in Code, SEO-Experten in Rankings und Content-Manager in Texten. Wenn diese Perspektiven nicht koordiniert werden, entstehen gefährliche Lücken. Der Designer erstellt wunderschöne Seiten, die technisch nicht performant sind. Der Entwickler baut neue URL-Strukturen, ohne an die SEO-Konsequenzen zu denken. Content wird migriert, ohne die strategische Relevanz zu prüfen. Das Ergebnis? Ein optisch ansprechender Relaunch, der geschäftlich scheitert.
Die gute Nachricht ist: Alle diese Risiken sind vermeidbar. Mit der richtigen Vorbereitung, einem strukturierten Prozess und dem Bewusstsein für die kritischen Stolpersteine können Sie Ihren Website-Relaunch zu einem vollen Erfolg machen. Die folgenden 10 Risiken sind die häufigsten Fehlerquellen – und wir zeigen Ihnen konkret, wie Sie jedes einzelne davon umgehen können.
Die 10 größten Risiken beim Website-Relaunch
1. SEO-Verluste durch fehlende 301-Weiterleitungen
Warum 301-Redirects überlebenswichtig sind
Stellen Sie sich vor, Sie haben über Jahre hinweg 500 Seiten aufgebaut, die bei Google hervorragend ranken. Jede dieser Seiten zieht organischen Traffic, generiert Leads und trägt zu Ihrem Geschäftserfolg bei. Nun ändern Sie beim Relaunch die URL-Struktur – und vergessen die 301-Weiterleitungen einzurichten. Was passiert? Google findet nur noch 404-Fehlerseiten, Ihre Rankings brechen ein, und der Traffic kann um bis zu 80% einbrechen. Genau das ist einem E-Commerce-Unternehmen passiert, dessen Sichtbarkeit nach einem missglückten Relaunch dramatisch sank, weil statt permanenter 301-Weiterleitungen temporäre 302-Weiterleitungen gesetzt wurden.
301-Redirects signalisieren Google, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist und die gesamte „Link-Power“ (auch bekannt als PageRank) auf die neue URL übertragen werden soll. Ohne diese Weiterleitungen verlieren Sie nicht nur Ihre organischen Rankings, sondern auch alle wertvollen Backlinks, die über Jahre auf Ihre alten URLs verweisen. Diese Backlinks führen dann ins Leere – ein Verlust, der sich nicht einfach rückgängig machen lässt.
So vermeiden Sie Rankingverluste
Die Lösung beginnt bereits Wochen vor dem eigentlichen Relaunch. Erstellen Sie eine vollständige Liste aller existierenden URLs Ihrer Website. Tools wie Screaming Frog, OnPage.org oder Deepcrawl crawlen Ihre gesamte Website und liefern Ihnen eine Excel-Liste mit allen URLs. Ergänzen Sie diese Liste mit Traffic-Daten aus der Google Search Console und Google Analytics 4, um zu identifizieren, welche Seiten tatsächlich organischen Traffic generieren und besonders geschützt werden müssen.
Erstellen Sie anschließend ein Redirect-Mapping: eine Excel-Tabelle mit zwei Spalten – alte URL und neue URL. Jede einzelne alte URL muss einer neuen URL zugeordnet werden. Wenn eine alte Seite kein direktes Äquivalent auf der neuen Website hat, leiten Sie sie auf die thematisch nächstgelegene Kategorie- oder Übersichtsseite weiter. Vermeiden Sie unbedingt Weiterleitungsketten (alte URL → Zwischenstation → neue URL), da diese Crawl-Budget verschwenden und Ladezeiten erhöhen. Implementieren Sie alle Weiterleitungen auf Server-Ebene, idealerweise in der .htaccess-Datei oder in der Nginx-Konfiguration, und testen Sie jede einzelne Weiterleitung vor dem Go-Live mit einem Redirect-Checker-Tool.
2. Unzureichende Projektplanung und Zeitmanagement
Realistische Zeitpuffer einplanen
Die Realität sieht häufig so aus: Der CEO möchte die neue Website in drei Monaten live haben, am besten pünktlich zur nächsten Messe. Das Team nickt zustimmend, wohl wissend, dass der Zeitplan unrealistisch ist. Dann passiert, was immer passiert: Die Konzeptphase dauert länger als gedacht, weil interne Abstimmungen mehr Zeit brauchen. Die Content-Erstellung verzögert sich, weil niemand die 500 Texte schreiben kann, während parallel das Tagesgeschäft läuft. Das Design durchläuft fünf Feedback-Schleifen, weil unterschiedliche Stakeholder verschiedene Visionen haben. Am Ende wird der Relaunch in einer Hauruck-Aktion durchgepeitscht – mit all den vorhersehbaren Qualitätseinbußen.
Eine unrealistische Zeitplanung ist laut Experten der wohl gängigste Fehler beim Website-Relaunch. Besonders die Konzeptphase wird unterschätzt: Interne Entscheidungsfindung, Freigabeprozesse und Abstimmungsrunden benötigen oft doppelt so viel Zeit wie ursprünglich eingeplant. Auch die Inhaltserstellung wird chronisch unterschätzt – das schnelle „Texte rüberkopieren“ entpuppt sich als wochenlange Arbeit, wenn 500 Seiten geprüft, aktualisiert und formatiert werden müssen.
Verantwortlichkeiten klar definieren
Mangelnde Koordination und unklare Rollenverteilungen gehören zu den größten Stolpersteinen. Stellen Sie sich vor: Das Design ist fertig, aber niemand hat die Texte geschrieben. Der Entwickler wartet auf Bilder, der Fotograf auf das Briefing. Chaos entsteht, wenn nicht von Anfang an eine Person als Projektverantwortliche bestimmt wird – eine zentrale Stelle, bei der alle Fäden zusammenlaufen und die alle Themen intern koordiniert.
Erstellen Sie einen detaillierten Projektplan mit klaren Meilensteinen, Verantwortlichkeiten und realistischen Pufferzeiten. Planen Sie mindestens 25-30% Pufferzeit für unvorhergesehene Verzögerungen ein. Definieren Sie für jeden Arbeitsschritt einen Hauptverantwortlichen und einen Stellvertreter. Dokumentieren Sie alle Entscheidungen, Konzepte und den aktuellen Projektstand kontinuierlich, damit sich neue Teammitglieder schnell einarbeiten können und kein kritisches Wissen verloren geht, wenn zentrale Beteiligte ausfallen. Nutzen Sie professionelle Projektmanagement-Tools wie Asana, Monday.com oder Trello, um Transparenz zu schaffen und Deadlines zu überwachen.
3. Content-Migration wird unterschätzt
Die häufigsten Fehler bei der Inhaltsmigration
Viele Teams konzentrieren sich so sehr auf das glänzende neue Design und frische Inhalte, dass sie eine strategische Migration für den bestehenden Content komplett vergessen. Erfolgreiche Blogartikel, top rankende Landingpages und wertvolle Ratgeber werden einfach zurückgelassen oder – fast genauso schlimm – unreflektiert 1:1 übernommen. Texte von 2015, veraltete Produktinformationen, redundante Seiten – alles wird mitgeschleppt, statt den Relaunch für einen gründlichen Content-Audit zu nutzen.
Ein besonders kritischer Fehler ist die schlichte Annahme, dass neuer Content automatisch besser ist als alter. Die Wahrheit ist: Ihre bestehenden Top-Performer haben ihre Rankings nicht zufällig erreicht. Sie haben User-Signale gesammelt, Backlinks aufgebaut und Vertrauen bei Google gewonnen. Wenn Sie diese Seiten einfach löschen oder durch völlig neue Inhalte ersetzen, fangen Sie bei null an – auch wenn das neue Design noch so schön ist.
Best Practices für erfolgreiche Content-Übernahme
Führen Sie zunächst einen umfassenden Content-Audit durch, bevor Sie auch nur eine Zeile migrieren. Exportieren Sie alle URLs aus Ihrer Google Search Console zusammen mit Metriken wie Klicks, Impressionen und durchschnittlicher Position. Ergänzen Sie diese Daten mit Analytics-Informationen zu Besuchern, Verweildauer und Conversion-Rate. Markieren Sie Seiten farblich: Grün für Top-Performer, die unbedingt beibehalten werden müssen; gelb für Seiten, die aktualisiert und verbessert werden sollten; rot für veraltete Inhalte, die konsolidiert oder gelöscht werden können.
Für grüne Seiten gilt: Behalten Sie die URL-Struktur bei, wenn möglich, oder richten Sie perfekte 301-Weiterleitungen ein. Migrieren Sie nicht nur den Text, sondern auch alle SEO-relevanten Elemente wie Title Tags, Meta Descriptions, Alt-Texte für Bilder und strukturierte Daten. Gelbe Seiten bieten die Chance zur Optimierung: Aktualisieren Sie veraltete Informationen, ergänzen Sie fehlende Keywords, verbessern Sie die Lesbarkeit und optimieren Sie die interne Verlinkung. Rote Seiten sollten nicht einfach gelöscht werden – prüfen Sie, ob sie Backlinks oder Rankings haben. Falls ja, konsolidieren Sie den Content auf einer anderen relevanten Seite und leiten Sie um.
Planen Sie ausreichend Zeit für die Content-Migration ein – sie dauert fast immer länger als erwartet. Eine sorgfältige Inhaltsmigration stellt sicher, dass die Qualität und Relevanz Ihrer Inhalte erhalten bleiben und Sie gleichzeitig die SEO-Werte sichern. Dokumentieren Sie jeden Schritt der Migration, damit Sie im Nachhinein nachvollziehen können, wo bestimmte Inhalte geblieben sind.
4. Tracking und Analytics gehen verloren
Google Analytics 4 richtig implementieren
Das Szenario ist leider alltäglich: Die neue Website geht live, sieht fantastisch aus, lädt schnell – aber dann die böse Überraschung. Die Tracking-Codes wurden nicht oder fehlerhaft implementiert. Wochenlang fehlen Daten zu Besuchern, Conversions und Nutzerverhalten. Sie können nicht messen, ob der Relaunch erfolgreich war, ob die neuen Conversion-Funnel funktionieren oder wo Nutzer abspringen. Noch schlimmer: Sie verlieren historische Vergleichsdaten und können Trends nicht mehr nachvollziehen.
Im Februar 2026 ist Google Analytics 4 der Standard für Website-Tracking. GA4 unterscheidet sich fundamental von Universal Analytics durch sein ereignisbasiertes Datenmodell. Jede Nutzerinteraktion wird als eigenständiges Event erfasst, was unvergleichliche Granularität und Anpassungsmöglichkeiten bietet. Die Enhanced Measurement-Funktionen von GA4 in 2026 sind deutlich erweitert und tracken automatisch Downloads, Video-Engagement, Scroll-Tiefe und – neu seit 2026 – auch Formularinteraktionen inklusive Starts, Übermittlungen und Fehler.
Conversion-Tracking nicht vergessen
Implementieren Sie Ihre Tracking-Codes VOR dem Relaunch in einer Staging-Umgebung und testen Sie sie ausführlich. Nutzen Sie den Google Tag Manager zur zentralen Verwaltung aller Tracking-Tags – das erleichtert die Implementierung und spätere Anpassungen erheblich. Überprüfen Sie mit dem Google Tag Assistant, ob alle Tags korrekt feuern. Richten Sie nicht nur das Basis-Tracking ein, sondern definieren Sie auch alle wichtigen Events und Conversions neu: Newsletter-Anmeldungen, Formularabsendungen, Button-Klicks, PDF-Downloads, Video-Plays und natürlich E-Commerce-Transaktionen.
Haben sich Ihre strategischen Ziele mit dem Relaunch verändert, etwa im Rahmen einer neuen Positionierung? Dann müssen Sie diese auch im Tracking aktualisieren und neue Conversion-Ziele definieren. Vergessen Sie nicht, auch andere wichtige Tracking-Tools zu migrieren: Heatmap-Tools wie Hotjar, A/B-Testing-Plattformen, CRM-Integrationen und Marketing-Automation-Tools. Testen Sie vor dem Go-Live, ob alle Daten korrekt in Ihren Systemen ankommen.
Ein professioneller Tipp: Lassen Sie das alte Tracking parallel zur neuen Implementierung für mindestens zwei Wochen weiterlaufen, sofern möglich. So können Sie Diskrepanzen schnell identifizieren und haben eine Fallback-Option, falls das neue Tracking Probleme aufweist. Dokumentieren Sie alle implementierten Tags, Events und Conversion-Definitionen in einer zentralen Übersicht, damit auch Teammitglieder, die nicht bei der Implementierung dabei waren, nachvollziehen können, was getrackt wird.
5. Technische Performance-Probleme
Core Web Vitals und Ladezeiten optimieren
Google priorisiert 2026 die Core Web Vitals noch stärker in seinem Ranking-Algorithmus als je zuvor. Die drei Kernmetriken – Largest Contentful Paint (LCP), Interaction to Next Paint (INP, seit 2023 der Nachfolger von FID) und Cumulative Layout Shift (CLS) – haben direkten Einfluss auf die Sichtbarkeit Ihrer Website. Eine schnelle Website bedeutet bessere Platzierungen, während jede Verzögerung von einer Sekunde die Konversionsrate um bis zu 20% senken kann. Das ist keine Theorie, sondern messbare Realität.
Besonders kritisch: Viele Relaunches verschlechtern die Performance, obwohl das neue Design moderner aussieht. Der Grund? Überladene Themes mit unnötigen Features, zu große Bilder, nicht optimierter Code, zu viele externe Scripts und Plugins. Die Desktop-Ladezeiten mögen sich verbessern, aber die mobilen Ladezeiten – die heute entscheidend sind – verschlechtern sich dramatisch. Genau das ist einem Online-Shop passiert, dessen Rankings trotz modernem Design einbrachen, weil die mobile Performance katastrophal war.
Mobile Performance im Fokus
Da der mobile Traffic dominiert, müssen Sie besonders auf die mobile Performance achten. Implementieren Sie ein Mobile-First-Design, das von Anfang an für kleinere Bildschirme optimiert ist. Komprimieren Sie alle Bilder mit Tools wie TinyPNG oder ShortPixel und nutzen Sie moderne Bildformate wie WebP. Implementieren Sie Lazy Loading für Bilder und Videos, die erst geladen werden, wenn sie im sichtbaren Bereich erscheinen. Minimieren Sie CSS und JavaScript, kombinieren Sie Dateien wo möglich und laden Sie Scripts asynchron oder verzögert.
Testen Sie die Performance VOR dem Relaunch ausgiebig mit Tools wie Google PageSpeed Insights, GTmetrix und WebPageTest. Messen Sie sowohl Desktop- als auch mobile Ladezeiten unter realistischen Bedingungen – also nicht nur vom Hochgeschwindigkeits-Büro-Internet, sondern auch mit gedrosseltem 3G-Netzwerk. Setzen Sie sich konkrete Ziele: LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1. Erreichen Sie diese Werte nicht in der Staging-Umgebung, verschieben Sie den Go-Live, bis die Performance stimmt.
Achten Sie auch auf Server-Performance: Ist Ihr Hosting für die neue Website ausreichend dimensioniert? Nutzen Sie Content Delivery Networks (CDN) für schnellere Ladezeiten weltweit? Ist Caching korrekt konfiguriert? Sind Datenbankabfragen optimiert? Eine schöne neue Website auf einem überlasteten Server ist wie ein Sportwagen mit leerem Tank – sie kommt nicht vom Fleck.
6. Fehlende Test- und Staging-Umgebung
Warum direkt auf Live testen fatal ist
Stellen Sie sich vor, Sie würden ein neues Flugzeugmodell direkt mit Passagieren testen, ohne vorher Testflüge durchzuführen. Absurd, oder? Genau das machen aber viele Unternehmen mit ihrem Website-Relaunch: Sie testen Änderungen direkt auf der Live-Website. Was kann schon schiefgehen? Die Antwort: So ziemlich alles. Formular-Übermittlungen funktionieren nicht mehr, Checkout-Prozesse brechen ab, Weiterleitungen führen in Schleifen, kritische Seiten sind plötzlich auf „noindex“ gesetzt, und tausende Nutzer bekommen diese Probleme in Echtzeit mit.
Ein professioneller Relaunch benötigt zwingend eine Staging-Umgebung – eine exakte Kopie Ihrer Website auf einem separaten Server oder Subdomain, die nicht öffentlich zugänglich ist. Hier können Sie alle Änderungen ausgiebig testen, ohne Ihre Live-Website zu gefährden. Hier können Sie prüfen, ob Weiterleitungen funktionieren, ob das Tracking korrekt implementiert ist, ob Formulare abgesendet werden können und ob die Performance den Anforderungen entspricht. Fehler, die Sie in der Staging-Umgebung entdecken, kosten Sie Zeit zur Behebung. Fehler, die Ihre Live-Nutzer entdecken, kosten Sie Kunden und Umsatz.
Die richtige Test-Strategie
Etablieren Sie einen strukturierten Testprozess mit verschiedenen Ebenen. Funktionale Tests prüfen, ob alle Features wie geplant funktionieren: Können Formulare abgesendet werden? Funktioniert die Suche? Lassen sich Produkte in den Warenkorb legen und kaufen? Funktionieren alle interaktiven Elemente? Cross-Browser-Tests stellen sicher, dass Ihre Website in allen wichtigen Browsern (Chrome, Firefox, Safari, Edge) korrekt dargestellt wird. Responsive Tests überprüfen die Darstellung auf verschiedenen Geräten – Smartphone, Tablet, Desktop mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen.
Performance-Tests messen Ladezeiten, Core Web Vitals und Server-Response-Zeiten unter Last. SEO-Tests überprüfen alle kritischen Elemente: Sind alle wichtigen Seiten auf „index, follow“? Funktionieren alle Weiterleitungen? Ist die XML-Sitemap aktuell? Sind Meta-Daten korrekt migriert? Funktioniert die robots.txt? Security-Tests prüfen SSL-Zertifikate, Sicherheitsheader und potenzielle Schwachstellen.
Erstellen Sie eine umfassende Test-Checkliste und arbeiten Sie diese systematisch ab. Involvieren Sie verschiedene Teammitglieder in den Testprozess – vier Augen sehen mehr als zwei. Nutzen Sie auch Usability-Tests mit echten Nutzern, die die neue Website zum ersten Mal sehen und typische Aufgaben erfüllen sollen. Deren Feedback ist Gold wert und deckt Probleme auf, die Sie als Entwickler oder Designer möglicherweise übersehen haben. Erst wenn alle Tests erfolgreich absolviert sind und alle kritischen Bugs behoben wurden, sollte der Go-Live erfolgen.
7. Vergessene SEO-Elemente und Meta-Daten
Title Tags und Meta Descriptions migrieren
Sie haben über Monate hinweg perfekt optimierte Title Tags und Meta Descriptions für jede wichtige Seite Ihrer Website erstellt. Diese Meta-Daten sind das Aushängeschild Ihrer Seiten in den Google-Suchergebnissen – sie entscheiden maßgeblich darüber, ob Nutzer auf Ihr Ergebnis klicken oder zur Konkurrenz gehen. Nun kommt der Relaunch, die neue Website geht live, und plötzlich sind alle Meta-Daten weg. Google muss Ihre Seiten neu bewerten, als wären sie frisch erstellt, und generiert automatisch Title und Descriptions aus Ihrem Content – meist mit suboptimalen Ergebnissen. Click-Through-Rates brechen ein, Rankings verschlechtern sich, weil Google die Relevanz Ihrer Seiten neu bewerten muss.
Dieser Fehler ist erschreckend häufig und vollkommen vermeidbar. Exportieren Sie vor dem Relaunch alle Title Tags, Meta Descriptions, Alt-Texte für Bilder und H1-Überschriften aus Ihrer alten Website. Tools wie Screaming Frog können diese Daten in eine Excel-Tabelle exportieren. Ordnen Sie diese Meta-Daten den entsprechenden neuen URLs in Ihrem Redirect-Mapping zu und implementieren Sie sie auf der neuen Website – idealerweise bereits in der Staging-Umgebung, damit Sie sie testen können.
Strukturierte Daten nicht vergessen
Ein oft übersehener Aspekt sind strukturierte Daten (Schema.org Markup), die Google zusätzliche Informationen über Ihre Inhalte liefern. Haben Sie Bewertungs-Sterne, FAQ-Snippets, Breadcrumbs oder Product-Markup implementiert, die Ihre Suchergebnisse aufwerten und die Click-Through-Rate erhöhen? Diese strukturierten Daten müssen ebenfalls migriert werden, sonst verlieren Sie wertvolle Rich Snippets in den Suchergebnissen.
Überprüfen Sie auch die Canonical Tags – diese teilen Google mit, welche Version einer Seite die Hauptversion ist, falls mehrere ähnliche Seiten existieren. Falsch gesetzte oder fehlende Canonicals können zu Duplicate Content-Problemen führen. Aktualisieren Sie Ihre XML-Sitemap und laden Sie sie in der Google Search Console hoch, sobald die neue Website live ist. Die Sitemap sollte nur URLs enthalten, die den Statuscode 200 liefern, auf „index, follow“ stehen und einen Canonical auf sich selbst haben.
Vergessen Sie nicht die robots.txt-Datei – hier können fatale Fehler lauern. Manchmal wird während der Entwicklung eine robots.txt mit „Disallow: /“ implementiert, um zu verhindern, dass die Staging-Umgebung indexiert wird. Wird diese Sperre nach dem Go-Live nicht entfernt, blockiert sie Ihre gesamte Website für Google. Überprüfen Sie die robots.txt mehrfach vor und unmittelbar nach dem Launch. Ein einziger vergessener Eintrag kann Ihren gesamten organischen Traffic eliminieren.
8. Keine Backup- und Rollback-Strategie
Der Notfallplan, den Sie brauchen
Murphy’s Law gilt besonders für Website-Relaunches: Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen – und zwar zum ungünstigsten Zeitpunkt. Die neue Website ist live, und plötzlich stellen Sie fest, dass ein kritisches Feature nicht funktioniert, der Checkout-Prozess abbricht oder die Website unter Last zusammenbricht. Ohne Backup- und Rollback-Strategie stehen Sie jetzt vor einem Desaster. Ihre alte Website ist nicht mehr erreichbar, die neue funktioniert nicht richtig, und jede Minute kostet Sie Umsatz und Reputation.
Eine professionelle Rollback-Strategie gibt Ihnen die Möglichkeit, im Notfall schnell zur funktionierenden alten Website zurückzukehren. Die einfachste Variante ist der Basic Fallback: Die alte Website bleibt in einem Read-Only-Zustand verfügbar, und bei Problemen schalten Sie einfach zurück. Für geschäftskritische Websites empfiehlt sich die 3-Minuten-Recovery-Strategie: Sie trennen Datenbank-Änderungen von Code-Änderungen und deployen die Datenbank-Migration Stunden oder Tage vor den Code-Änderungen. So stellen Sie sicher, dass die alte Anwendungsversion mit der aktuellen Datenbank funktioniert, und können den Code ohne Datenbank-Probleme zurückrollen.
Wie Sie im Ernstfall schnell reagieren
Für maximale Sicherheit nutzen Sie die Immediate Rollback-Strategie mit Blue-Green-Deployment: Sie deployen die neue Version auf einem separaten Server-Set (Green), während alle Nutzer weiterhin die alte Version (Blue) nutzen. Sie testen die neue Version ausgiebig in der Produktionsumgebung mit echten Daten, aber ohne echte Nutzer. Erst wenn alle Tests erfolgreich sind, aktualisieren Sie den Load Balancer, um Traffic auf die neue Version umzuleiten. Bei Problemen schalten Sie den Load Balancer einfach zurück – innerhalb von Sekunden.
Ihre Rollback-Checkliste sollte folgende Punkte umfassen: Vollständiges Backup aller Quelldaten, Konfigurationen und Anwendungszustände vor der Migration. Verifizierung der Backup-Integrität – ein Backup, das sich nicht wiederherstellen lässt, ist wertlos. Dokumentierte Rollback-Prozedur mit klaren Schritt-für-Schritt-Anweisungen. Definierte Rollback-Kriterien – welche Probleme rechtfertigen einen Rollback? Verantwortliche Personen, die im Notfall die Entscheidung treffen und den Rollback durchführen können. Kommunikationsplan für interne und externe Stakeholder.
Testen Sie Ihren Rollback-Plan vor dem eigentlichen Relaunch in der Staging-Umgebung. Simulieren Sie verschiedene Fehlerszenarien und üben Sie den Rollback-Prozess. Nur wenn Sie sicher sind, dass Sie im Notfall schnell zurückkehren können, sollten Sie mit dem Relaunch voranschreiten. Diese Vorbereitung mag aufwendig erscheinen, aber sie gibt Ihnen die Sicherheit und das Selbstvertrauen, die Sie für einen erfolgreichen Relaunch brauchen.
9. Budget und Ressourcen zu knapp kalkuliert
Versteckte Kosten beim Relaunch
Viele Unternehmen investieren viel Zeit und Geld in einen Website-Relaunch, nur um dann festzustellen, dass das Budget bei weitem nicht ausreicht. Budget wird verplant, Dienstleister engagiert, manchmal monatelang am Design gefeilt – und dann kommt die böse Überraschung. Unvorhergesehene Zusatzanforderungen, technische Probleme, die mehr Entwicklungszeit benötigen, Content-Erstellung, die externe Texter erfordert, zusätzliche Plugins oder Tools, die eingekauft werden müssen. Die Liste der versteckten Kosten ist lang.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf den Preis zu schauen. Der günstigste Anbieter ist selten die beste Wahl, denn günstig kann langfristig teuer werden. Ein professioneller Relaunch erfordert Expertise in Design, Entwicklung, SEO, Content, Projektmanagement und mehr. Alle diese Bereiche kosten Geld – entweder in Form von internen Ressourcen oder externen Dienstleistern. Unterschätzen Sie nicht den zeitlichen Aufwand Ihrer internen Teams: Konzeptionsmeetings, Feedback-Schleifen, Content-Erstellung, Testing – all das bindet wertvolle Arbeitszeit, die von anderen Projekten abgezogen werden muss.
Realistische Budgetplanung
Erstellen Sie eine detaillierte Kostenaufstellung, die alle Bereiche abdeckt: Konzeption und Strategie, Design und User Experience, Frontend- und Backend-Entwicklung, Content-Erstellung und -Migration, SEO-Optimierung, Tracking-Implementierung, Testing und Quality Assurance, Projektmanagement, Lizenzen und Tools, Hosting und Infrastruktur. Für jeden Bereich sollten Sie nicht nur die offensichtlichen Kosten einplanen, sondern auch einen Puffer von mindestens 20-25% für unvorhergesehene Ausgaben.
Berücksichtigen Sie auch die Opportunitätskosten: Was kostet es Ihr Unternehmen, wenn wichtige Mitarbeiter monatelang im Relaunch-Projekt gebunden sind und andere Projekte liegen bleiben? Was kostet ein gescheiterter Relaunch mit Traffic-Verlusten und Umsatzeinbußen? Diese Perspektive hilft Ihnen, das Budget realistisch zu bewerten und zu rechtfertigen. Ein professioneller Relaunch ist keine Ausgabe, sondern eine Investition – vorausgesetzt, er wird richtig gemacht.
Planen Sie auch Post-Launch-Ressourcen ein. Nach dem Go-Live ist nicht alles erledigt – im Gegenteil, jetzt beginnt die intensive Monitoring- und Optimierungsphase. Sie brauchen Ressourcen für Bug-Fixes, Performance-Optimierungen, Content-Anpassungen und kontinuierliche Verbesserungen. Viele Unternehmen machen den Fehler, nach dem Launch das Team aufzulösen und zu denken, die Arbeit sei getan. Ein erfolgreicher Relaunch ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Event.
10. Mangelndes Post-Launch-Monitoring
Die ersten Tage nach dem Go-Live
Der Relaunch ist live, das Team feiert den Erfolg, und alle sind erleichtert, dass das Projekt endlich abgeschlossen ist. Doch dann, nach einigen Wochen, stellen Sie fest: Der organische Traffic ist um 30% eingebrochen. Die Conversion-Rate ist gesunken. Bestimmte Seiten werden plötzlich nicht mehr indexiert. Was ist passiert? Sie haben es versäumt, die Website in den kritischen ersten Tagen und Wochen nach dem Launch intensiv zu überwachen. Probleme, die Sie in den ersten 48 Stunden hätten beheben können, haben sich manifestiert und nachhaltigen Schaden angerichtet.
Die ersten Tage nach dem Go-Live sind die kritischste Phase des gesamten Relaunch-Projekts. Jetzt zeigt sich, ob alle Vorbereitungen erfolgreich waren oder ob Fehler übersehen wurden. In dieser Phase müssen Sie extrem wachsam sein und alle wichtigen Metriken engmaschig überwachen. Planen Sie ein dediziertes Monitoring-Team ein, das in den ersten 72 Stunden nach dem Launch rund um die Uhr verfügbar ist. Das klingt übertrieben? Ist es nicht. Ein Online-Shop, der nachts offline geht, verliert nicht nur Umsatz, sondern auch Vertrauen und Rankings.
Kontinuierliche Überwachung einrichten
Überwachen Sie folgende Bereiche systematisch: Google Search Console auf Crawling-Fehler, Indexierungsprobleme, manuelle Maßnahmen und plötzliche Impressions-Einbrüche. Richten Sie Benachrichtigungen ein, die Sie sofort informieren, wenn kritische Probleme auftreten. Google Analytics 4 auf Traffic-Entwicklung, Nutzerverhalten, Conversion-Rates und Absprungraten im Vergleich zur alten Website. Core Web Vitals und Performance-Metriken mit Tools wie PageSpeed Insights, GTmetrix und Real User Monitoring.
Überprüfen Sie Server-Logs auf ungewöhnliche Muster, Fehlerquoten und Performance-Probleme. Monitoring-Tools wie Uptime Robot oder Pingdom stellen sicher, dass Ihre Website durchgängig erreichbar ist. Tracking-Validierung durch tägliche Überprüfung, ob alle Events und Conversions korrekt erfasst werden. Nutzer-Feedback durch aktives Sammeln von Rückmeldungen über verschiedene Kanäle. Heatmaps und Session Recordings mit Tools wie Hotjar zeigen, wie echte Nutzer mit der neuen Website interagieren und wo Probleme auftreten.
Erstellen Sie einen strukturierten Monitoring-Plan für die ersten vier Wochen nach dem Launch: Woche 1 – tägliches Monitoring aller kritischen Metriken, sofortige Behebung aller Fehler, intensive Analyse des Nutzerverhaltens. Woche 2 – Monitoring jeden zweiten Tag, Optimierung basierend auf ersten Erkenntnissen, Feintuning von Performance und UX. Woche 3 – zweimal wöchentliches Monitoring, erste Erfolgsmessung im Vergleich zu den definierten Zielen, Anpassung der SEO-Strategie falls nötig. Woche 4 – strategische Planung basierend auf gesammelten Daten, Identifizierung neuer Tracking-Prioritäten, Verfeinerung von Audience-Definitionen, Planung von Reporting-Verbesserungen.
Dokumentieren Sie alle Erkenntnisse und Maßnahmen in einem zentralen Post-Launch-Report. Dieser dient nicht nur der aktuellen Problemlösung, sondern ist auch wertvolles Wissen für zukünftige Projekte. Nach etwa vier bis sechs Wochen sollten Sie eine umfassende Relaunch-Retrospektive durchführen: Was lief gut? Was lief schlecht? Welche Probleme traten auf, und wie wurden sie gelöst? Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen? Diese Learnings sind Gold wert für kontinuierliche Verbesserung.
Ihre Website-Relaunch-Checkliste für 2026
Nach all den detaillierten Risiken und Lösungsansätzen fragen Sie sich vielleicht: Wie bringe ich das alles in eine praktikable Struktur? Hier ist Ihre kompakte Checkliste, die Sie durch den gesamten Relaunch-Prozess begleitet und sicherstellt, dass kein kritischer Punkt übersehen wird.
Vor dem Relaunch (Planungsphase):
- Klare Ziele und KPIs definieren – Was soll der Relaunch erreichen?
- Umfassenden Content-Audit durchführen und Entscheidungen für jede Seite treffen
- Alle existierenden URLs mit Traffic- und Ranking-Daten exportieren
- Redirect-Mapping erstellen (alte URL → neue URL für jede Seite)
- Alle SEO-Elemente exportieren (Title, Meta Description, Alt-Texte, H1, strukturierte Daten)
- Realistischen Projektplan mit Pufferzeiten und klaren Verantwortlichkeiten erstellen
- Budget mit 20-25% Puffer für Unvorhergesehenes kalkulieren
- Staging-Umgebung einrichten für risikofreies Testen
- Backup-Strategie und Rollback-Plan definieren und testen
- Tracking-Konzept für Google Analytics 4, Tag Manager und alle weiteren Tools erstellen
Während des Relaunchs (Umsetzungsphase):
- Alle 301-Weiterleitungen auf Server-Ebene implementieren und testen
- SEO-Elemente auf neuen Seiten korrekt implementieren
- Google Analytics 4 und Tag Manager vollständig implementieren
- Alle Conversion-Events und Custom Events definieren und testen
- Performance optimieren (Bilder komprimieren, Code minimieren, Caching einrichten, CDN implementieren)
- Mobile Performance besonders beachten und Core Web Vitals messen
- Umfassende Tests durchführen (funktional, cross-browser, responsive, Performance, SEO, Security)
- robots.txt überprüfen – keine versehentlichen Blockierungen
- XML-Sitemap generieren mit nur indexierbaren URLs
- SSL-Zertifikat erneuern und HTTPS erzwingen
Nach dem Relaunch (Monitoring-Phase):
- Aktualisierte Sitemap in Google Search Console einreichen
- Intensives Monitoring aller Metriken in den ersten 72 Stunden
- Google Search Console täglich auf Crawling-Fehler und Indexierungsprobleme prüfen
- Traffic, Conversions und Nutzerverhalten in GA4 überwachen
- Core Web Vitals und Performance kontinuierlich messen
- Server-Logs und Uptime überwachen
- Tracking-Validierung – alle Events feuern korrekt?
- Nutzer-Feedback aktiv sammeln und auswerten
- 404-Fehler identifizieren und zusätzliche Weiterleitungen einrichten
- Nach 4-6 Wochen: Umfassende Relaunch-Retrospektive und Learnings dokumentieren
Diese Checkliste mag umfangreich erscheinen, aber jeder Punkt ist kritisch für einen erfolgreichen Relaunch. Drucken Sie diese Liste aus, haken Sie jeden Punkt systematisch ab, und Sie minimieren die Risiken drastisch. Denken Sie daran: Ein Website-Relaunch ist ein Marathon, kein Sprint. Lieber drei Wochen länger vorbereiten als drei Monate lang Probleme beheben.
Erfolgsmessung nach dem Relaunch
Sie haben den Relaunch erfolgreich über die Bühne gebracht, alle Checklisten abgearbeitet, intensiv gemonitort – aber wie messen Sie jetzt, ob der Relaunch wirklich erfolgreich war? Erfolg ist mehr als „die Website sieht jetzt besser aus“. Sie brauchen klare, messbare Kriterien, die zeigen, ob Ihre Investition sich gelohnt hat.
Definieren Sie bereits vor dem Relaunch klare KPIs, an denen Sie den Erfolg messen werden. Diese sollten sich an Ihren ursprünglichen Zielen orientieren. Typische Erfolgsmetriken umfassen: Organischer Traffic im Vergleich zur alten Website – idealerweise sollte er stabil bleiben oder steigen. Kurzfristige Schwankungen von bis zu 10% sind normal, während Google die neue Struktur verarbeitet. Ranking-Positionen für wichtige Keywords – diese sollten sich langfristig verbessern oder mindestens stabil bleiben. Conversion-Rate – hat sich die Nutzerführung verbessert und führt zu mehr Conversions?
Weitere wichtige Metriken sind: Absprungrate und Verweildauer als Indikatoren für verbesserte User Experience. Core Web Vitals als Maß für technische Performance. Seiten pro Sitzung zeigen, ob die Navigation intuitiver geworden ist. Mobile vs. Desktop Performance – haben sich beide Bereiche verbessert? Indexierungsrate in der Google Search Console – werden alle wichtigen Seiten gefunden und indexiert? Fehlerquote – 404-Fehler, Server-Errors und andere technische Probleme sollten minimal sein.
Erstellen Sie ein Reporting-Dashboard, das alle relevanten Metriken auf einen Blick zeigt. Google Data Studio (jetzt Looker Studio) eignet sich hervorragend, um Daten aus verschiedenen Quellen zu visualisieren. Vergleichen Sie die Daten immer mit den gleichen Zeiträumen vor dem Relaunch, um saisonale Effekte auszuschließen. Ein fairer Vergleich ist „erste vier Wochen nach Relaunch“ versus „gleiche vier Wochen im Vorjahr“, nicht versus „der Monat vor dem Relaunch“, der möglicherweise untypisch war.
Seien Sie realistisch mit Ihren Erwartungen: Ein Relaunch ist keine Wunderwaffe, die über Nacht alle Probleme löst und den Traffic verdoppelt. Erfolgreiche Relaunches zeichnen sich oft dadurch aus, dass sich die wichtigsten Metriken stabil halten oder moderat verbessern, während gleichzeitig die Grundlage für zukünftiges Wachstum gelegt wird. Die wahren Früchte eines gut durchgeführten Relaunchs ernten Sie oft erst nach drei bis sechs Monaten, wenn Google die neue Struktur vollständig verarbeitet hat und Sie kontinuierlich optimiert haben.
Fazit: Ihr Weg zum erfolgreichen Website-Relaunch
Ein Website-Relaunch ist eines der anspruchsvollsten digitalen Projekte, die Sie umsetzen können – aber mit der richtigen Vorbereitung, einer strukturierten Herangehensweise und dem Bewusstsein für die kritischen Risiken wird er zum Erfolg. Sie haben jetzt einen umfassenden Überblick über die 10 größten Risiken und konkrete Lösungsansätze für jedes einzelne. Von SEO-Katastrophen durch fehlende Weiterleitungen über unrealistische Zeitpläne bis zu mangelhaftem Monitoring – keines dieser Probleme muss Ihren Relaunch gefährden, wenn Sie es antizipieren und präventiv handeln.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Vorbereitung. Investieren Sie Zeit in eine gründliche Planung, erstellen Sie detaillierte Checklisten, definieren Sie klare Verantwortlichkeiten, und testen Sie alles ausgiebig, bevor die neue Website live geht. Sparen Sie nicht an den falschen Stellen – weder bei Budget noch bei Zeit noch bei Expertise. Ein professioneller Relaunch kostet Geld, aber ein gescheiterter Relaunch kostet ein Vielfaches an entgangenem Umsatz, verlorenen Rankings und beschädigter Reputation.
Denken Sie daran: Nach dem Relaunch ist vor der Optimierung. Die intensivste Phase beginnt nach dem Go-Live, wenn Sie alle Metriken überwachen, Probleme schnell beheben und kontinuierlich verbessern müssen. Planen Sie Ressourcen für diese Phase ein, und betrachten Sie den Relaunch als Startpunkt einer kontinuierlichen Verbesserungsreise, nicht als abgeschlossenes Projekt. Mit dieser Einstellung, der richtigen Vorbereitung und der Bereitschaft, aus Daten zu lernen und anzupassen, steht Ihrem erfolgreichen Website-Relaunch 2026 nichts mehr im Weg. Viel Erfolg!
Was kostet ein professioneller Website-Relaunch im Jahr 2026?
Die Kosten für einen Website-Relaunch variieren erheblich je nach Umfang, Komplexität und Anforderungen. Kleine bis mittelgroße Unternehmenswebsites mit 20-50 Seiten kosten typischerweise zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Größere E-Commerce-Websites oder komplexe Unternehmensportale können 50.000 bis 200.000 Euro oder mehr kosten. Wichtig ist, nicht nur die Entwicklungskosten zu berücksichtigen, sondern auch Content-Erstellung, SEO-Optimierung, Projektmanagement, Testing und Post-Launch-Support. Planen Sie zusätzlich 20-25% Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein. Günstige Angebote sind oft ein Warnsignal – professionelle Arbeit in allen notwendigen Bereichen hat ihren Preis, und sparen an der falschen Stelle kann später teuer werden.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch typischerweise?
Ein realistischer Zeitrahmen für einen professionellen Website-Relaunch liegt zwischen 3 und 9 Monaten, abhängig von der Größe und Komplexität des Projekts. Kleine Websites mit 20-30 Seiten können in 3-4 Monaten realisiert werden. Mittelgroße Unternehmenswebsites benötigen typischerweise 4-6 Monate. Große E-Commerce-Plattformen oder komplexe Portale mit mehreren hundert Seiten können 6-12 Monate in Anspruch nehmen. Diese Zeiträume umfassen Konzeption, Design, Entwicklung, Content-Migration, Testing und Go-Live. Ein häufiger Fehler ist, zu knappe Zeitpläne zu setzen – planen Sie lieber großzügig mit Pufferzeiten, denn fast jeder Relaunch dauert länger als ursprünglich gedacht. Interne Abstimmungsprozesse, Feedback-Schleifen und Content-Erstellung werden fast immer unterschätzt.
Wie vermeide ich Traffic-Verluste beim Website-Relaunch?
Traffic-Verluste beim Relaunch entstehen meist durch SEO-Fehler, die vermeidbar sind. Die wichtigste Maßnahme: Richten Sie für jede alte URL eine 301-Weiterleitung auf die entsprechende neue URL ein. Erstellen Sie vor dem Relaunch ein vollständiges Redirect-Mapping und testen Sie alle Weiterleitungen. Migrieren Sie alle SEO-Elemente (Title Tags, Meta Descriptions, Alt-Texte, strukturierte Daten) von der alten auf die neue Website. Behalten Sie erfolgreiche URL-Strukturen bei, wenn möglich. Aktualisieren Sie Ihre XML-Sitemap und reichen Sie sie in der Google Search Console ein. Überwachen Sie in den ersten Wochen nach dem Launch intensiv die Google Search Console auf Crawling-Fehler und Indexierungsprobleme. Behandeln Sie SEO nicht als Nachgedanke, sondern als integralen Bestandteil des gesamten Relaunch-Prozesses von Tag 1 an.
Welche Tools benötige ich für einen erfolgreichen Website-Relaunch?
Für einen professionellen Relaunch benötigen Sie verschiedene Tools: Für SEO-Analyse und Crawling nutzen Sie Screaming Frog SEO Spider, OnPage.org oder Deepcrawl, um alle URLs und SEO-Elemente zu exportieren. Für Analytics implementieren Sie Google Analytics 4 und Google Tag Manager für zentrales Tracking-Management. Für Performance-Testing verwenden Sie Google PageSpeed Insights, GTmetrix und WebPageTest. Für Projektmanagement eignen sich Asana, Monday.com oder Trello. Für Testing benötigen Sie Browser-Testing-Tools wie BrowserStack und Responsive-Design-Checker. Für Monitoring nach dem Launch nutzen Sie Uptime Robot oder Pingdom für Verfügbarkeitsüberwachung. Für Heatmaps und Session Recordings empfiehlt sich Hotjar. Die Google Search Console ist unverzichtbar für die Überwachung von Indexierung und Crawling-Status. Investieren Sie in die richtigen Tools – sie zahlen sich durch Zeitersparnis und bessere Ergebnisse mehrfach aus.
Muss ich meine gesamte Website neu schreiben oder kann ich Inhalte übernehmen?
Sie müssen definitiv nicht alles neu schreiben – im Gegenteil, das wäre sogar ein Fehler. Führen Sie zunächst einen Content-Audit durch und kategorisieren Sie Ihre Inhalte: Top-Performer mit guten Rankings und Traffic sollten mit minimalen Anpassungen übernommen werden, da sie bereits ihr Potenzial bewiesen haben. Guter Content, der aktualisiert werden sollte, wird überarbeitet, ergänzt und optimiert. Veralteter oder irrelevanter Content kann konsolidiert oder entfernt werden, aber niemals ohne entsprechende Weiterleitungen. Der Relaunch ist die perfekte Gelegenheit für einen strategischen Content-Refresh, nicht für eine komplette Neuerstellung. Behalten Sie URLs von gut rankenden Seiten bei, wenn möglich, um deren SEO-Wert zu erhalten. Migrieren Sie nicht nur den Text, sondern auch alle Meta-Daten, Alt-Texte und strukturierten Daten. Qualität schlägt Quantität – lieber 100 exzellente, relevante Seiten als 500 mittelmäßige.
Wie wichtig sind Core Web Vitals für meinen Relaunch 2026?
Core Web Vitals sind 2026 wichtiger denn je. Google priorisiert diese Metriken in seinem Ranking-Algorithmus, und Nutzer erwarten schnelle, responsive Websites. Die drei Kern-Metriken sind: Largest Contentful Paint (LCP, sollte unter 2,5 Sekunden liegen) misst, wie schnell der Hauptinhalt lädt. Interaction to Next Paint (INP, sollte unter 200 Millisekunden liegen) misst die Reaktionsfähigkeit auf Nutzerinteraktionen. Cumulative Layout Shift (CLS, sollte unter 0,1 liegen) misst die visuelle Stabilität. Schlechte Core Web Vitals führen zu höheren Absprungraten, schlechteren Rankings und letztlich weniger Conversions. Jede Sekunde Verzögerung kann die Konversionsrate um bis zu 20% senken. Besonders mobile Performance ist kritisch, da der Großteil des Traffics von mobilen Geräten kommt. Testen Sie Ihre Core Web Vitals bereits in der Staging-Umgebung und optimieren Sie, bevor Sie live gehen. Performance ist kein Nice-to-have mehr, sondern ein Must-have.
Sollte ich den Relaunch auf einmal oder schrittweise durchführen?
Diese Entscheidung hängt von der Größe und Komplexität Ihrer Website ab. Ein Big-Bang-Relaunch, bei dem die gesamte Website auf einmal umgestellt wird, ist für kleine bis mittelgroße Websites (bis etwa 200 Seiten) meist die bessere Wahl. Er ermöglicht ein klares Projekt-Ende, vereinfacht das Testing und vermeidet Inkonsistenzen zwischen alten und neuen Bereichen. Allerdings ist das Risiko höher – wenn etwas schiefgeht, ist die gesamte Website betroffen. Ein schrittweiser Relaunch, bei dem einzelne Bereiche nach und nach umgestellt werden, reduziert das Risiko und erlaubt Learnings aus den ersten Phasen. Er eignet sich besonders für sehr große Websites, komplexe E-Commerce-Plattformen oder wenn Sie mit begrenzten Ressourcen arbeiten. Nachteil: längere Gesamtprojektdauer und temporäre Inkonsistenzen. Für die meisten Unternehmen empfiehlt sich der Big-Bang-Ansatz mit exzellenter Vorbereitung, Testing und Rollback-Strategie. Wichtiger als die Methode ist die Qualität der Vorbereitung.
Was mache ich, wenn nach dem Relaunch Probleme auftreten?
Ruhe bewahren und systematisch vorgehen. Kategorisieren Sie Probleme nach Schweregrad: Kritische Probleme (Website nicht erreichbar, Checkout funktioniert nicht, massive Fehler) erfordern sofortiges Handeln – hier kommt Ihr Rollback-Plan ins Spiel. Mittelschwere Probleme (einzelne Seiten mit Fehlern, Tracking-Probleme, Performance-Einbußen) sollten innerhalb von 24-48 Stunden behoben werden. Kleinere Probleme (Design-Inkonsistenzen, kleinere Bugs) können in den kommenden Tagen oder Wochen adressiert werden. Dokumentieren Sie alle Probleme in einem zentralen Ticket-System mit Prioritäten und Verantwortlichkeiten. Kommunizieren Sie transparent mit allen Stakeholdern über den Status. Nutzen Sie Ihr Monitoring, um Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie massiven Schaden anrichten. Die meisten Relaunch-Probleme sind in den ersten 72 Stunden erkennbar – deshalb ist intensives Monitoring in dieser Phase so kritisch. Haben Sie einen dedizierten Ansprechpartner für Notfälle und klare Eskalationswege.
Wie stelle ich sicher, dass mein Tracking nach dem Relaunch funktioniert?
Tracking-Verluste gehören zu den häufigsten und ärgerlichsten Relaunch-Problemen. So vermeiden Sie sie: Implementieren Sie alle Tracking-Codes bereits in der Staging-Umgebung und testen Sie ausführlich vor dem Go-Live. Nutzen Sie Google Tag Manager für zentrale Verwaltung aller Tags – das vereinfacht Implementierung und Testing erheblich. Verwenden Sie den Google Tag Assistant und die GA4 DebugView, um zu überprüfen, ob alle Events korrekt feuern. Definieren Sie alle wichtigen Events und Conversions neu und testen Sie sie durch tatsächliche Durchführung der Aktionen. Dokumentieren Sie alle implementierten Tags und Events in einer zentralen Übersicht. Nach dem Go-Live überprüfen Sie täglich, ob Daten korrekt in GA4 ankommen und ob die Zahlen plausibel sind. Vergleichen Sie die ersten Tage mit historischen Daten – massive Abweichungen deuten auf Tracking-Probleme hin. Richten Sie auch Tracking für andere Tools ein (Heatmaps, A/B-Testing, CRM) und testen Sie diese separat. Lassen Sie idealerweise altes und neues Tracking kurzzeitig parallel laufen.
Wie bereite ich mein Team optimal auf den Website-Relaunch vor?
Ein erfolgreicher Relaunch steht und fällt mit dem Team. Definieren Sie von Anfang an eine Person als Gesamtprojektverantwortliche, die alle Fäden in der Hand hält und finale Entscheidungen trifft. Erstellen Sie klare Rollenverteilungen mit Hauptverantwortlichen und Stellvertretern für jeden Bereich (Design, Entwicklung, Content, SEO, Testing, Projektmanagement). Sorgen Sie dafür, dass alle Teammitglieder ihre Aufgaben, Deadlines und Verantwortlichkeiten kennen. Etablieren Sie regelmäßige Status-Meetings (wöchentlich in der Planungsphase, täglich kurz vor und nach dem Go-Live) für Abstimmung und Problemlösung. Dokumentieren Sie alle Entscheidungen, Konzepte und den aktuellen Stand kontinuierlich, damit sich neue Teammitglieder schnell einarbeiten können. Schulen Sie relevante Personen rechtzeitig im neuen CMS, wenn Sie auf ein neues System wechseln. Planen Sie ausreichend Zeit für interne Abstimmungen ein – diese dauern immer länger als gedacht. Kommunizieren Sie transparent über Fortschritte und Herausforderungen. Ein gut vorbereitetes, klar strukturiertes Team ist Ihre wichtigste Ressource.

